Nachruf verfassen
Muster, Beispiele und Tipps
Unterschiede zwischen Todesanzeige, Parte und Nachruf
In Österreich ist die Abgrenzung zwischen diesen Begriffen besonders wichtig, alle drei erfüllen nämlich unterschiedliche Aufgaben.
Eine Todesanzeige ist meistens ein kürzerer Text, der als Traueranzeige in der Zeitung dient und organisatorische Angaben wie Datum, Ort oder Details zur Verabschiedung enthält, sowie einen kurzen Gruß.
Der Nachruf hingegen ist eine ausführlichere, erzählende Würdigung. Er erscheint oft redaktionell in Zeitungen oder wird bei Trauerfeiern verlesen.
In Österreich gibt es außerdem noch die Parte.
Diese ist eine offizielle, gedruckte Verständigung über einen Todesfall mit Informationen zum Begräbnistermin und kurzen Abschiedsworten. Sie wird meist per Post an Familie, Freunde und Bekannte verschickt, oder öffentlich ausgehängt. Heutzutage wird die Parte auch auf WhatsApp oder in den Sozialen Medien häufig geteilt.
Aufbau und Struktur eines Nachrufes
Wer einen Nachruf verfassen will, kann sich an einer einfachen Struktur und klarem Aufbau orientieren:
- Zuerst werden die persönlichen Daten und der Zeitpunkt des Ablebens in der Einleitung erwähnt.
- Danach folgt eine chronologische oder thematische Schilderung der wichtigsten Lebensstationen, persönlichen Erinnerungen und besonderen Errungenschaften.
- Wichtig ist auch die Beschreibung des Charakters der verstorbenen Person sowie dessen, was sie für andere bedeutet hat.
- Den Abschluss bilden häufig hoffnungsvolle Gedanken, Dankbarkeit oder Wünsche wie „Ruhe in Frieden“. Bereits wenige ehrliche Sätze können Trost spenden und Erinnerung bewahren.
Sprache und Ton: Was passt, was nicht?
Ein Nachruf sollte respektvoll, ruhig und persönlich formuliert sein. Es geht darum, Mitgefühl auszudrücken, ohne dabei belehrend zu wirken oder in Floskeln zu verfallen.
Auch negative Bewertungen oder unpassende persönliche Details sollten vermieden werden. Kurze und verständliche Sätze sind oft die beste Wahl.
Persönliche Erinnerungen und konkrete Eigenschaften, die den Charakter widerspiegeln sind gefragt.
Auch religiöse oder traditionelle Formulierungen können eingebaut werden, sofern sie zur verstorbenen Person passen. Worte wie „Ruhe in Frieden“ sind stets angebracht.
Mustertext / Beispiel Nachruf
Ein Beispiel eines Nachrufes kann helfen, die ersten Formulierungen leichter zu finden. Hier finden sie zwei Nachrufe, die als Muster in Österreich dienen können:
„Wir nehmen Abschied von [Vorname Nachname], der/die nach einem erfüllten Leben friedlich von uns gegangen ist. Als langjähriges Mitglied unserer Gemeinde war [Name] für seine/ihre Hilfsbereitschaft und Lebensfreude bekannt. Die Spuren dieses Lebens bleiben in unseren Herzen lebendig und wir blicken in tiefer Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurück. Möge [Name] nun in Frieden ruhen.“
„Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserem geliebten Freund [Vorname, Nachname]. Seine Hilfsbereitschaft, seine Ruhe und sein Humor werden uns immer in Erinnerung bleiben. Dankbar für die gemeinsame Zeit lassen wir ihn in Liebe los. Ruhe in Frieden.“
Nachruf für die Zeitung – formale Anforderungen
Für einen Nachruf in der Zeitung gelten oft spezifische formale Vorgaben hinsichtlich der Zeichenzahl und Platzierung. Deswegen ist es oft besser, klar und kompakt zu formulieren.
Bereits vorab sollten die Kosten für einen erweiterten Text einer Traueranzeige abgeklärt werden.
Es können oftmals auch ein Foto oder spezielle Symbole integriert werden. Die korrekte Nennung aller Hinterbliebenen ist genauso wichtig, wie die die exakten Daten der Beisetzung, um die Öffentlichkeit korrekt zu informieren.
Bestattungsunternehmen oder die Zeitungen selbst unterstützen einen manchmal bei der Gestaltung.
FAQ
Häufig gestellte Fragen zu "Nachruf schreiben"
Ein Nachruf ist ein persönlicher Abschiedstext, der an das Leben, die Eigenschaften und besondere Erinnerungen an eine verstorbene Person erinnert. Im Unterschied zu einer kurzen Todesanzeige steht beim Nachruf die würdigende Erinnerung im Mittelpunkt.
Beginnen Sie mit den wichtigsten Daten zur verstorbenen Person und schildern Sie danach besondere Lebensstationen, Charakterzüge und gemeinsame Erinnerungen. Wichtig ist, dass der Nachruf ehrlich, respektvoll und persönlich formuliert ist.
In einen Nachruf gehören meist der Name der verstorbenen Person, einige Lebensstationen, persönliche Eigenschaften, besondere Verdienste oder Erinnerungen sowie abschließende Worte des Abschieds, etwa „Ruhe in Frieden“.
Eine Todesanzeige informiert meist kurz über den Todesfall und organisatorische Details. Eine Parte ist in Österreich eine gedruckte oder digitale Verständigung über den Todesfall. Der Nachruf ist ausführlicher und würdigt das Leben der verstorbenen Person persönlicher.
Ein Nachruf kann kurz oder ausführlicher sein. Für Zeitungen empfiehlt sich meist eine kompakte Form, da Zeichenzahl und Kosten begrenzt sein können. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass die Worte aufrichtig und passend sind.
Geeignet sind ruhige, wertschätzende und persönliche Formulierungen. Häufig verwendet werden Abschiedsworte wie „In liebevoller Erinnerung“, „Wir werden dich nie vergessen“ oder „Ruhe in Frieden“.